San Polo – das historische Handelszentrum Venedigs
San Polo ist eines der kleinsten, aber geschichtsträchtigsten Sesitere Venedigs. Seit Jahrhunderten ist es eng mit Handel, Märkten und dem geschäftigen Leben rund um die Rialtobrücke verbunden. Hier zeigt sich Venedig von seiner traditionellen Seite: mit lebhaften Plätzen, historischen Kirchen und engen Gassen voller kleiner Läden und Bacari.
Die folgende Liste an Sehenswürdigkeiten erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie enthält lediglich die Orte und Sehenswürdigkeiten, die wir auf unserem eigenen Rundgang besucht und persönlich erlebt haben. So spiegelt sie unsere ganz individuellen Eindrücke wider und soll vor allem als Inspiration für die eigene Entdeckungstour dienen.
Die Rialtobrücke
Wahrzeichen und Verbindung
Die Rialtobrücke ist das bekannteste Bauwerk im Sestiere San Polo und eine der berühmtesten Brücken der Welt. Sie überspannt den Canal Grande und verbindet San Polo mit dem Viertel San Marco.
Schon seit dem Mittelalter war dieser Ort das wirtschaftliche Zentrum der Stadt. Händler, Banken und Märkte konzentrierten sich rund um die Brücke. Heute ist sie ein beliebter Fotospot, auf dem sich Souvenirläden aneinanderreihen, während unter ihr die Boote über den Canal Grande gleiten.
An der Rialtobrücke kann es oft mühsam sein, die Seite zu wechseln. Besonders tagsüber drängen sich hier viele Touristen, bleiben für Fotos stehen oder schauen in die kleinen Läden, sodass man nur langsam vorankommt. Wer es entspannter mag, überquert die Brücke am besten früh am Morgen oder später am Abend.

Der Rialtomarkt
Das Herz des venezianischen Handels
Direkt in der Nähe befindet sich der traditionsreiche Rialtomarkt. Hier kaufen die Venezianer seit Jahrhunderten frischen Fisch, Obst, Gemüse und Gewürze ein.
Besonders am Morgen herrscht ein lebhaftes Treiben zwischen den Marktständen. Händler preisen lautstark ihre Ware an, während Einheimische ihre Einkäufe erledigen. Der Markt vermittelt einen authentischen Eindruck vom Alltag in Venedig.
Wer jedoch Nachmittag hier vorbeischaut, blickt auf leere Stände.




Durch die Gassen von San Polo
Abseits der großen Sehenswürdigkeiten zeigt sich San Polo in seinen engen Gassen besonders authentisch. Hier findet man kleine Lebensmittelläden, traditionelle Bacari, Handwerksbetriebe und unscheinbare Wohnhäuser.
Beim Schlendern durch die schmalen Wege entdeckt man immer wieder kleine Plätze, versteckte Kirchen oder urige Bars, in denen Einheimische ihren Ombra trinken.

Essen und Bacari
kulinarisches San Polo
San Polo ist bekannt für seine zahlreichen Bacari, die typischen venezianischen Weinbars. Hier gibt es kleine Häppchen, sogenannte Cicchetti, die oft mit einem Glas Wein oder Spritz serviert werden.
Besonders rund um den Rialtomarkt reihen sich traditionelle Lokale aneinander. Am Abend füllen sich die kleinen Bars, und die Gassen werden zu lebendigen Treffpunkten.
Aber auch in den Sestiere Dorsoduro und Cannaregio sind zahlreiche solcher Bars vorhanden.

Campo San Giacomo di Rialto
Der Campo San Giacomo di Rialto gehört zu den ältesten und geschichtsträchtigsten Plätzen Venedigs. Er liegt nur wenige Schritte von der Rialtobrücke entfernt und war über Jahrhunderte ein wichtiger Treffpunkt im Herzen des Handelsviertels. Händler, Bankiers und Kaufleute bestimmten hier das Bild, während rund um den Platz Geschäfte, Marktstände und Lagerhäuser lagen.

Auch heute wirkt der Campo lebendig und authentisch. Kleine Cafés, Geschäfte und das ständige Kommen und Gehen verleihen dem Platz eine angenehme Alltagsatmosphäre. Im Gegensatz zur Straße, die am Campo vorbeiführt, wirkt dieser deutlich ruhiger. Vermutlich richten die meisten Besucher ihren Blick bereits auf die Rialtobrücke, die von hier aus schon zu sehen ist.

Campo San Silvestro
Nach einem Spaziergang durch San Polo oder entlang des Ufers des Canal Grande – von der Rialtobrücke kommend – in Richtung Südwesten erreicht man den Campo San Silvestro, an dem sich auch die gleichnamige Chiesa San Silvestro befindet.

Campo Sant’Aponal
Nur wenige Meter entfernt befindet sich der Campo Sant’Aponal. Dieser Platz ist etwas kleiner als der Campo San Silvestro, aber dennoch befinden sich hier Restaurants, Shops und eine große Kirche. Diese wurde jedoch schon seit längerer Zeit geschlossen und dient heute teilweise als Kunstarchiv.

Campo San Polo
einer der größten Plätze der Stadt
Nach etwa 200 Metern weiter Richtung Westen erreicht man den Campo San Polo.
Der Campo San Polo ist das Zentrum von San Polo und nach dem Markusplatz der zweitgrößte Platz Venedigs. Trotz seiner Größe wirkt er angenehm ruhig und wird oft von Einheimischen genutzt.
Kinder spielen hier, Menschen sitzen auf den Stufen der Kirche oder unterhalten sich auf den Bänken.

Ponte San Tomà
Direkt in der Nähe liegt die Ponte San Tomà. Sie wird hier nicht ohne Grund erwähnt, denn im Krimi „Die Medici-Morde“ von David Hewson spielt sie eine zentrale Rolle. Wer den Schauplatz der Geschichte einmal mit eigenen Augen sehen möchte, hat hier die Gelegenheit dazu.

Campo San Tomà
Der Campo San Tomà ist ein kleiner Platz mit typischer venezianischer Atmosphäre. Rund um den Campo befinden sich Cafés, Geschäfte und die Kirche San Toma.

Basilica di Santa Maria Gloriosa dei Frari
eine der bedeutendsten Kirchen Venedigs
Nach kurzer Zeit erreichen wir die Frari-Kirche. Da man dem gewaltigen Bau so nahe kommt, wandert der Blick automatisch nach oben. Staunend versucht man, die gesamte Kirche aufs Foto zu bekommen – meist vergeblich. Der Eingang liegt direkt vis-à-vis zum Rio dei Frari, und von der Ponte dei Frari aus gelingt zumindest ein halbwegs stimmiges Gesamtbild.
Die Basilica di Santa Maria Gloriosa dei Frari, meist einfach „Frari“ genannt, ist eine der wichtigsten Kirchen der Stadt. Die schlichte Backsteinfassade lässt kaum erahnen, welche Kunstschätze sich im Inneren befinden.




Campo San Stin
ein ruhiger, versteckter Platz
Der Campo San Stin gehört zu den ruhigeren und weniger bekannten Plätzen in San Polo. Er ist nur 2 Brücken von der Frari Kirche entfernt. Hier zeigt sich das Viertel besonders authentisch: Wohnhäuser, kleine Lokale und kaum große Touristenströme prägen das Bild.

Scuola Grande di San Giovanni Evangelista
Nach einigen Minuten entdecken wir einen prachtvollen Eingang, der mit seinen reich verzierten Formen fast schon an römische Architektur erinnert.
Der Eingang der Scuola Grande di San Giovanni Evangelista wirkt wie ein stiller, eleganter Übergang vom lebendigen Treiben der Gassen in eine andere Zeit. Über ein kunstvoll gestaltetes Portal gelangt man in den Innenhof, der von einer feinen Renaissance-Architektur geprägt ist.
Diese Scuola wird von vielen Besuchern übersehen und gilt daher als echter Geheimtipp.

Folgt man dem Weg in Richtung Norden, erreicht man den Rio Manin und anschließend die Ponte San Cristo, die den Übergang in den Sestiere Santa Croce bildet.

Santa Groce
Fazit
San Polo – traditionell, lebendig und authentisch
San Polo verbindet das historische Handelszentrum rund um die Rialtobrücke mit ruhigen Plätzen, bedeutenden Kirchen und versteckten Gassen. Zwischen Marktständen, Bacari und großen Kunstschätzen zeigt sich hier ein sehr ursprüngliches Venedig. Wer das Alltagsleben der Stadt erleben möchte, findet in diesem Viertel eine besonders authentische Atmosphäre.


