Meine Reisen,  Venedig

Santa Croce – Das unaufgeregte Herz im Westen der Stadt

Santa Croce haben wir eher im Vorbeigehen erlebt. Meist waren wir hier nur auf dem Weg von einem Ort zum nächsten und sind dabei durch die Gassen geschlendert, ohne einem festen Plan zu folgen.

Diese kleine Sammlung an Eindrücken und Stationen erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie spiegelt vielmehr das wider, was uns auf unseren Wegen durch Santa Croce ins Auge gefallen ist und was wir ganz nebenbei entdeckt haben.

Wer durch Santa Croce spaziert, entdeckt keine spektakulären Sehenswürdigkeiten im Minutentakt, sondern vielmehr stille Gassen, versteckte Kirchen und charmante Ecken abseits der großen Touristenströme. Gerade das macht den Reiz dieses Sestiere aus: Es wirkt bodenständig, unaufgeregt und authentisch.

Es ist der westlichste Teil von Venedig und für die meisten Besucher der erste Sestiere den sie sehen. Denn die Brücke vom Festland in die Altstadt führt genau hierher. In unserem Fall war es nach Verlassen des Bahnhofs Santa Lucia. Der erste Blick von Venedig war die Chiesa di San Simeon Piccolo.

Chiesa di San Simeon Piccolo

Diese Kirche ist für die meisten Besucher, welche mit dem Zug anreisen, das erste große historische Gebäude der Lagunenstadt. Sie steht Gegenüber vom Bahnhof Santa Lucia. Mit ihren Säulen und der Kuppel erinnert sie fast an ein römisches Pantheon. An ihren Treppen kann man öfters Touristen mit ihren Koffern sitzen sehen.

Chiesa di San Simeone Profeta

Diese versteckte Kirche entdecken wir auf dem Weg Richtung San Marco. Sie befindet sich nicht allzu weit entfernt vom Bahnhof.

Rio Marin

Auf dem Weg in Richtung San Marco ist es sehr wahrscheinlich, dass man am Rio Marin vorbeikommt. Der Kanal verläuft ungewöhnlich gerade – ein seltener Anblick in einer Stadt, deren Wasserwege sonst meist in sanften Kurven durch die Viertel führen.

Gerade diese klare Linienführung verleiht dem Rio Marin eine besondere Atmosphäre. Entlang des Ufers spaziert man an dicht aneinandergereihten Booten vorbei, zwischen hohen Palästen und über kleine, unscheinbare Brücken. Trotz seiner zentralen Lage wirkt dieser Abschnitt erstaunlich ruhig und fast schon idyllisch – ein Stück Venedig, das eher zum Verweilen als zum schnellen Durchqueren einlädt.

Ca‘ Pesaro

Entlang des Gran Canale reihen sich zahlreiche historische Palazzi aneinander. Einige von ihnen gehören zum Sestiere Santa Groce. Wir entdeckten diese Palazzi auf unserer Fahrt durch den Canal Grande.

Kunsthistoriker mögen uns kritisieren, aber der Palazzo hat eine leichte Ähnlichkeit zum Ca’ Corner della Regina. Im Ca’ Pesaro befindet sich ein Kunstmuseum.

ca pesaro palace in venice
Photo by Efrem Efre on Pexels.com

Fondaco dei Turchi

Der Fondaco dei Turchi gehört zu den auffälligsten Gebäuden am Canal Grande. Seine helle Fassade mit den markanten Bögen erinnert eher an orientalische Architektur als an einen klassischen venezianischen Palast.

Ursprünglich im Mittelalter errichtet, diente das Gebäude später als Handelshaus für osmanische Kaufleute, wovon auch der Name „Fondaco dei Turchi“ stammt. Heute ist hier das Naturkundemuseum der Stadt untergebracht. Damit hat der historische Handelsplatz eine neue, kulturelle Funktion erhalten.

Chiesa San Stae

Die Chiesa di San Stae liegt direkt am Canal Grande und fällt durch ihre helle, reich verzierte Barockfassade auf. Die Fassade zeigt zahlreiche Statuen und dekorative Elemente, die der Kirche ein festliches Erscheinungsbild verleihen.

church of san stae in venice
Photo by Łukasz Dąbrowski on Pexels.com

Fazit

Santa Croce zeigt ein ruhigeres, unaufgeregtes Gesicht von Venedig. Große Sehenswürdigkeiten sind hier seltener, dafür prägen schlichte Wohnhäuser, kleine Plätze und stille Kanäle das Bild. Gerade diese Zurückhaltung macht den besonderen Reiz des Sestiere aus.

Am Canal Grande präsentiert sich Santa Croce jedoch von einer ganz anderen Seite. Hier reihen sich einige prächtige Palazzi aneinander. Diese Gebäude bilden einen spannenden Kontrast zu den eher schlichten Gassen im Inneren des Viertels.

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