San Marco – das Herz von Venedig
San Marco ist das berühmteste und wohl meistbesuchte Sestiere Venedigs. Hier schlägt seit Jahrhunderten das politische, religiöse und wirtschaftliche Herz der Lagunenstadt. Zwischen prächtigen Palästen, engen Gassen und lebendigen Plätzen zeigt sich Venedig von seiner ikonischsten Seite. Doch abseits der großen Sehenswürdigkeiten verstecken sich auch ruhige Campos und architektonische Details, die den besonderen Charme dieses Viertels ausmachen.
Der Markusplatz – Zentrum von Macht und Pracht
Der Markusplatz ist das repräsentative Wohnzimmer Venedigs. Umgeben von prachtvollen Gebäuden und historischen Cafés, war er über Jahrhunderte Schauplatz politischer Zeremonien, religiöser Feste und gesellschaftlicher Ereignisse.
Tagsüber kann es am Markusplatz sehr voll werden. Daher lohnt es sich, ihn am frühen Morgen oder am Abend zu besuchen, wenn die Atmosphäre deutlich entspannter ist. Rund um den Platz laden zahlreiche Restaurants und Cafés zum Verweilen ein, und am Abend sorgen oft kleine Orchester für stimmungsvolle Live-Musik.


Piazzetta San Marco
Direkt am Wasser schließt sich an den großen Markusplatz die kleinere Piazzetta San Marco an, die oft als „kleiner Markusplatz“ bezeichnet wird. Sie bildet den Übergang zur Lagune und wird von zwei markanten Säulen eingerahmt: Auf der einen steht der geflügelte Löwe, das Symbol Venedigs, auf der anderen der heilige Theodor. Von hier hat man einen besonders schönen Blick auf den Dogenpalast, die Lagune und die Insel San Giorgio Maggiore.




Markusdom
Der Markusdom ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Mit seinen byzantinischen Kuppeln, den goldenen Mosaiken und der reich verzierten Fassade wirkt er fast wie ein orientalischer Palast. Im Inneren spiegeln tausende Quadratmeter Goldmosaik die einstige Macht und den Reichtum der Republik Venedig wider.
Hier sollte man sich auf längere Warteschlangen einstellen, besonders in der Hauptsaison.


Dogenpalast
Direkt neben dem Markusdom steht der prächtige Dogenpalast, einst Sitz der venezianischen Regierung und Wohnort des Dogen. Die gotische Fassade mit ihren filigranen Arkaden zählt zu den schönsten Bauwerken der Stadt. Im Inneren beeindrucken die großen Ratssäle mit monumentalen Gemälden von Tintoretto und Veronese.
Für den Besuch des Dogenpalasts sollte man mehrere Stunden einplanen, am besten sogar einen halben Tag – es sei denn, man möchte nur im Schnelldurchgang hindurchgehen.




Seufzerbrücke
Die berühmte Seufzerbrücke verbindet den Dogenpalast mit dem ehemaligen Gefängnis. Der Name soll daher stammen, dass verurteilte Gefangene hier einen letzten Blick auf die Lagune warfen und dabei seufzten. Heute gehört sie zu den meistfotografierten Orten Venedigs.


Markusturm (Campanile di San Marco)
Der fast 100 Meter hohe Campanile überragt den Markusplatz und bietet eine der schönsten Aussichten über die Dächer Venedigs und die Lagune. Der heutige Turm ist eine Rekonstruktion, nachdem das Original im Jahr 1902 eingestürzt war.

Ein Ausflug auf den Campanile lohnt sich, besonders bei Sonnenuntergang bekommt man hier oben ein Eindrucksvolles Panorama.




Museo Correr
Am westlichen Ende des Platzes befindet sich das Museo Correr. Es erzählt die Geschichte der Republik Venedig und zeigt Kunst, historische Karten, Waffen und Einblicke in das Leben der venezianischen Elite. Elisabeth von Österreich alias Sisi hatte hier ihre Räumlichkeiten, welche man auch besichtigen kann.


Teatro La Fenice
Das Teatro La Fenice zählt zu den bekanntesten Opernhäusern der Welt. Sein Name bedeutet „Der Phönix“ – passend, denn das Gebäude wurde mehrfach durch Brände zerstört und immer wieder neu aufgebaut. Viele berühmte Opern von Verdi wurden hier uraufgeführt. Der erste Band der Donna-Leon-Reihe um Commissario Brunetti spielt zum Teil an diesem Ort und macht ihn auch literarisch zu einem Schauplatz der Handlung.

Campo Santo Stefano
Einer der schönsten Plätze San Marcos
Der Campo Santo Stefano gehört meiner Meinung nach zu den elegantesten Plätzen Venedigs. Er wirkt ruhiger als der Markusplatz und ist ein angenehmer Ort zum Verweilen.
In der Mitte des Platzes steht das Denkmal für den italienischen Dichter und Freiheitskämpfer Niccolò Tommaseo. Weiters gibt es auf dem Platz die Chiesa di San Vidal, Chiesa di Santo Stefano, Palazzo Franchetti und ein nettes Blumengeschäft.




Chiesa di San Vidal
Den Platz säumen mehrere bedeutende Gebäude. Gleich am Rand befindet sich die Chiesa di San Vidal, die heute vor allem als Konzertsaal genutzt wird. Regelmäßig finden hier klassische Konzerte statt, häufig mit Werken von Antonio Vivaldi.

Chiesa di Santo Stefano
Unübersehbar ist die große Chiesa di Santo Stefano, eine der wichtigsten gotischen Kirchen Venedigs. Ihr leicht schief wirkender Glockenturm und die schlichte, aber imposante Fassade prägen das Bild des Campos.

Palazzo Franchetti
Direkt am Canal Grande liegt der elegante Palazzo Franchetti, in dem heute wechselnde Kunstausstellungen stattfinden. Seine neugotische Fassade und die Lage am Wasser machen ihn zu einem beliebten Fotomotiv.
Das ist der Lieblingspalast meiner Frau. Obwohl wir ihn bisher nie von innen besucht haben, fasziniert uns allein schon seine eindrucksvolle Fassade.

Das Blumengeschäft am Campo
Zwischen den historischen Fassaden sorgen kleine Details für Charme – etwa das bekannte Blumengeschäft am Platz, dessen farbenfrohe Auslagen einen schönen Kontrast zur steinernen Umgebung bilden. Besonders am Nachmittag und Abend herrscht hier eine entspannte Stimmung, wenn Einheimische und Besucher den Campo als Treffpunkt nutzen.
Dieses kleine Blumengeschäft am Platz bringt Farbe und Leben in die historische Kulisse. Es ist ein beliebtes Fotomotiv und verleiht dem Campo eine fast dörfliche Atmosphäre.

Campo Sant’Angelo
Der Campo Sant’Angelo ist ein ruhiger, charmant wirkender Platz im Herzen des Sestiere San Marco. Abseits der großen Touristenströme zeigt sich hier eine entspanntere Seite des Viertels. Der Campo ist von schlichten, aber eleganten venezianischen Häusern umgeben und wirkt mit seinen Cafés und kleinen Geschäften angenehm lebendig, ohne überlaufen zu sein.
Der Campo Sant’Angelo ist auch ein praktischer Orientierungspunkt, da sich hier mehrere wichtige Gassen und Wege kreuzen. Von hier gelangt man schnell zum Teatro La Fenice, zum Campo Santo Stefano oder in Richtung Rialtobrücke. Dadurch eignet sich der Platz gut für eine kurze Pause während eines Spaziergangs durch San Marco.

Das Gassenleben von San Marco
Zwischen den großen Sehenswürdigkeiten zeigt sich San Marco in seinen engen, verwinkelten Gassen von einer ganz anderen Seite. Hier reihen sich kleine Souvenirshops, Boutiquen, Maskengeschäfte und traditionelle Handwerksläden aneinander. Der Weg führt durch schmale Durchgänge, über kleine Brücken und immer wieder auf überraschend ruhige Plätze.
Beim Schlendern durch diese Gassen entdeckt man neben den typischen Andenken auch hochwertige Lederwaren, Glas aus Murano oder kunstvoll bemalte venezianische Masken. Dazwischen laden kleine Cafés und Bars zu einer kurzen Pause ein. Gerade abseits der Hauptwege kann man noch ein Stück authentisches Venedig erleben, fern vom Trubel des Markusplatzes.
Ein Bummel durch die Gassen gehört deshalb unbedingt zu einem Besuch in San Marco – nicht wegen einer einzelnen Sehenswürdigkeit, sondern wegen der besonderen Atmosphäre, die man hier an jeder Ecke spürt.




Palazzo Contarini del Bovolo
Etwas versteckt in einem Gassenlabyrinth liegt der Palazzo Contarini del Bovolo. Seine berühmte spiralförmige Außentreppe erinnert an ein Schneckenhaus – „Bovolo“ bedeutet im venezianischen Dialekt „Schnecke“. Von oben hat man einen schönen Blick über die Dächer der Stadt.




Die Rialtobrücke
Grenze zu San Polo
Die Rialtobrücke ist eine der bekanntesten Brücken der Welt. Sie überspannt den Canal Grande und verbindet San Marco mit dem Sestiere San Polo. Schon seit Jahrhunderten ist dieser Ort ein Zentrum des Handels. Heute reihen sich auf der Brücke Souvenirläden aneinander, während unten die Vaporetto-Boote vorbeiziehen.




Fazit
San Marco zwischen Glanz und Alltag
San Marco vereint die berühmtesten Sehenswürdigkeiten Venedigs mit ruhigen Plätzen und versteckten Details. Zwischen dem prunkvollen Markusplatz, kulturellen Highlights wie dem Teatro La Fenice und charmanten Campos zeigt sich das Viertel von vielen Seiten. Wer sich Zeit nimmt und auch die kleineren Gassen erkundet, entdeckt hier nicht nur das touristische Zentrum, sondern auch das authentische Leben der Stadt. Besonders am frühen Morgen oder am Abend entfaltet San Marco seinen ganz eigenen Zauber.


