Castello – das ruhige, idyllische Venedig entdecken
Castello ist der größte Sestiere von Venedig. Er liegt im östlichen Teil der Stadt und umfasst auch die beiden Inseln Sant’Elena und San Pietro di Castello. Auch die Friedhofsinsel San Michele gehört dazu.
Arsenale
Wir beginnen unsere Reise durch Castello bei der Vaporetto-Station Arsenale. Das Arsenale ist die historische Werft, in der einst die Flotten Venedigs gebaut wurden, und dieser Bereich nimmt einen großen Teil des Sestiere ein.
Der Eingang zum Arsenale hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Jeder, der Assassin’s Creed 2 kennt, wird beim Anblick nostalgische Gefühle bekommen. Leider kann man das Arsenale nicht betreten, da es für Besucher gesperrt ist.


Sant’Elena
Wir gehen zurück zur Vaporetto-Station und nehmen eine der beiden Linien Richtung Lido S.M.E. Schon nach wenigen Minuten verlassen wir das Vaporetto bei der Station Sant’Elena.
Nach Verlassen der Vaporetto-Station geht man Richtung Nordosten, um zum Stadio Pierluigi Penzo zu gelangen. Man kann jedoch auch vorher gemütlich durch die Gassen von Sant’Elena spazieren.




Nach wenigen Gehminuten merkt man schnell, dass es sich um einen sehr ruhigen und touristenarmen Stadtteil von Venedig handelt. Wenn man den Trubel rund um San Marco gewohnt ist, glaubt man sofort, man wäre in einer anderen Stadt. Wir genießen jedenfalls die Ruhe, während wir zum Stadion spazieren.
Stadio Pierluigi Penzo
Dabei handelt es sich um das Stadion des FC Venezia. Es liegt ganz im Osten der Stadt, fast direkt am Meer.

Chiesa Parrocchiale di Sant’Elena
Gleich hinter dem Stadion befindet sich die Kirche Sant’Elena. Besonders beeindruckend ist der Innenhof. Mit den Säulen und Rundbögen fühlt man sich fast wie in Game of Thrones.




Biennale-Gärten
Wir kehren um und gehen direkt Richtung Westen, durch den kleinen Stadtteil Sant’Elena, bis wir zu den Giardini della Biennale kommen. Das sind die Gärten der Biennale, in denen alle zwei Jahre eine große Kunstausstellung stattfindet. Auch Veranstaltungen der Filmfestspiele werden hier abgehalten.

Giuseppe-Garibaldi-Monument
Nach dem Durchqueren der Biennale-Gärten nehmen wir Kurs Richtung Norden. Wir folgen der Viale Giuseppe Garibaldi und spazieren entlang eines schönen, schattigen Weges, an dem rechts und links viele Bäume stehen. So viel Natur bekommt man in Venedig nur selten zu sehen.
Am Ende des Weges erblickt man das Monument von Giuseppe Garibaldi. Es lohnt sich auch, einen Blick in den Brunnen darunter zu werfen, denn dort kann man mehrere kleine Schildkröten entdecken.




San Pietro di Castello
Nun geht es in einen weiteren ruhigen Stadtteil, nämlich San Pietro di Castello. Dazu nehmen wir den Weg nach rechts und achten darauf, auf der linken Seite des Kanals zu bleiben. Diesem Weg folgen wir bis ans Ende und biegen dort links in einen schmalen Gang ein. Danach gehen wir immer geradeaus.
Sobald man auf der rechten Seite eine Brücke sieht, überquert man diese und biegt bei nächster Gelegenheit nach links ab. So gelangt man zum Campo Ruga. Bei Schönwetter bekommt man hier echtes italienisches Flair, da die Bewohner ihre Wäsche zwischen den Häusern aufhängen. Auch an diesem Ort begegnet man so gut wie keinen Touristen.
Nachdem wir den Campo Ruga (Bild unten rechts) verlassen haben, müssen wir noch einmal nach rechts, um die Ponte S. Pietro zu überqueren. Auf der Brücke kann man bereits den weißen Campanile di San Pietro di Castello sehen. Die Kirche selbst befindet sich gleich daneben.








Basilica dei Santi Giovanni e Paolo
Um zu unserem letzten Stopp im Sestiere Castello zu gelangen, nehmen wir die Vaporetto-Linie 4.1 oder 5.1 bis zur Station Ospedale. Die Vaporetto-Station befindet sich übrigens hinter der Kirche San Pietro di Castello, wofür man einen kleinen Umweg in Kauf nehmen muss.
Bei der Station Ospedale angekommen, nimmt man die Fondamenta dei Mendicanti. Das ist die Straße, die neben einem Kanal Richtung Süden bis zur Basilica dei Santi Giovanni e Paolo führt.

Mit einer Länge von rund 100 Metern zählt diese Kirche zu den größten in Venedig. Davor steht eine Reiterstatue des Heerführers Bartolomeo Colleoni. Auch in Assassin’s Creed 2 begegnet man dieser historischen Figur.

Fazit
Castello zeigt eine ganz andere Seite von Venedig als die bekannten Touristenviertel rund um San Marco oder die Rialtobrücke. Hier findet man ruhige Wohnviertel, viel Grün, authentisches Alltagsleben und nur wenige Besucher. Besonders Sant’Elena und San Pietro di Castello vermitteln das Gefühl, das „echte“ Venedig zu erleben.
Wer genug vom Trubel der Innenstadt hat, sollte sich Zeit für diesen Sestiere nehmen. Castello eignet sich perfekt für entspannte Spaziergänge, versteckte Plätze und einen Blick auf das Leben der Einheimischen. Es ist ein idealer Ort, um Venedig von seiner ruhigeren und ursprünglichsten Seite kennenzulernen.


